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Veranstaltungskalender

Genaue Beschreibung der Veranstaltung:
Referent/in:Prof. Dr. Hans-Werner Goetz, Hamburg
Thema:Die frühmittelalterlichen Dukate in Gallien in der Wahrnehmung Gregors von Tours und Fredegars
Beschreibung:Wenn die Thematik der frühmittelalterlichen Dukate in Gallien hier in der Wahrnehmung Gregors von Tours betrachtet wird, dann ist das nicht leicht von der Frage nach Dukaten in Gallien zu trennen, für die Gregor die Haupt- und vielfach auch einzige Quelle darstellt, zumal Gregor Begriff und Amt nirgends erklärt, sondern als selbstverständlich und allen bekannt voraussetzt. In dem Beitrag wird es daher, je-weils aus dem Kontext zu erschließen, vor dem Hintergrund der Absichten, Anschauungen und Identifikationen des Chronisten darum gehen, wie Gregor den Dukat versteht, was er über ihn weiß (unabhängig davon, wie treffend das der Realität entspricht), und nicht zuletzt, was wir aufgrund seiner Darstellung wissen können bzw. wo die Grenzen sicheren Wissens liegen. Tatsächlich bleibt vieles unsicher, ist der Begriff mehrdeutig (und oft einfach nur Heerführer), sind viele Nachrichten zu ungenau für eine Zuordnung zu bestimmten Dukaten, wie sie Margarete Weidemann vorgenommen hat: Sucht man alle Nachrichten systematisch zu einer 'Dukate-Matrix' zu verbinden, dann bleiben lauter Unsicherheiten und die Ergebnisse sind verwirrend. Gemäß Gregors Bericht beschränkt sich das Wissen zudem auf die Brennpunkte des Geschehens (vor allem in Aquitanien, wo die merowingischen Teilkönige ständig um ihre Anteile kämpfen).
Ausführliche Beschreibung:Wenn die Thematik der frühmittelalterlichen Dukate in Gallien hier in der Wahrnehmung Gregors von Tours betrachtet wird, dann ist das nicht leicht von der Frage nach Dukaten in Gallien zu trennen, für die Gregor die Haupt- und vielfach auch einzige Quelle darstellt, zumal Gregor Begriff und Amt nirgends erklärt, sondern als selbstverständlich und allen bekannt voraussetzt. In dem Beitrag wird es daher, je-weils aus dem Kontext zu erschließen, vor dem Hintergrund der Absichten, Anschauungen und Identifikationen des Chronisten darum gehen, wie Gregor den Dukat versteht, was er über ihn weiß (unabhängig davon, wie treffend das der Realität entspricht), und nicht zuletzt, was wir aufgrund seiner Darstellung wissen können bzw. wo die Grenzen sicheren Wissens liegen. Tatsächlich bleibt vieles unsicher, ist der Begriff mehrdeutig (und oft einfach nur Heerführer), sind viele Nachrichten zu ungenau für eine Zuordnung zu bestimmten Dukaten, wie sie Margarete Weidemann vorgenommen hat: Sucht man alle Nachrichten systematisch zu einer 'Dukate-Matrix' zu verbinden, dann bleiben lauter Unsicherheiten und die Ergebnisse sind verwirrend. Gemäß Gregors Bericht beschränkt sich das Wissen zudem auf die Brennpunkte des Geschehens (vor allem in Aquitanien, wo die merowingischen Teilkönige ständig um ihre Anteile kämpfen).

Etwas klarer erscheint das Bild, wenn man Gregors Äußerungen im Hinblick auf strukturelle Gegebenheiten durchleuchtet. Duces tauchen erst unter Chlodwigs Söhnen (vor allem in Aquitanien), vielleicht aus westgotischem Einfluss, auf. Sie sind mehrfach in bestimmten, civitas-übergreifenden Räumen tätig, die von Gregor jedoch nur gelegentlich (und eher beiläufig) als feste Dukate gekennzeichnet werden, mit den Herrschaftsräumen aber auch schwanken können. Eine feste Zuordnung, wie Weidemann sie vornimmt, kann sich ansonsten nur auf (oft vage) Indizien stützen. Eine flächendeckende Einteilung des Reichs in Dukate ist nicht nachweisbar, doch bleiben diese weder auf Aquitanien noch auf die Grenzgebiete beschränkt. Die Duces sind eindeutig aber vom König eingesetzte Amtsträger (und werden mit einem Herrschaftswechsel in Krisengebieten daher oft ausgetauscht) und vielfach loyal, ohne dass auch das einen Abfall und Seitenwechsel ausschließen würde. Eine direkte Nachfolge ist nur gelegentlich (bei Tod oder Absetzung) bezeugt (und ansonsten bei Weidemann wieder nur erschlossen). Nach den Tätigkeiten zu schließen, steht die Heeresführung (als Angriff oder Verteidigung) im Zentrum. Hier wie bei anderen Aufgaben (wie Gefangennahmen) handeln sie zumeist im speziellen königlichen Auftrag. Nicht immer werden die Duces von der Bevölkerung anerkannt, sondern mehrfach vertrieben oder auch wegen Deliktsvorwürfen vom König abgesetzt. Insge-samt bleibt keine strukturelle Folgerung ohne abweichende Ausnahmen. Gregors Aussagen dürfen daher nicht zu einem unverbrüchlichen Wissen über die gallischen Dukate verallgemeinert werden.
Veranstaltende Institution:Forschungsverbund "Archäologie und Geschichte des ersten Jahrtausends in Südwest


Anschrift:
Institut für Archäologische Wissenschaften
Abt. Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters
Belfortstrasse 22
79085 Freiburg

Telefon: 0761 / 203 33 69
Fax: 0761 / 203 33 80
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http://www.ufg.uni-freiburg.de
Weitere Infos:http://ufg.uni-freiburg.de
Ansprechpartner/in:Prof. Dr. Sebastian Brather
Kontakt:
Tel: 2033374
Fax: 2033380
Email: sebastian.brather@ufg.uni-freiburg.de
Zeit:21.11.2018 18:15 - 20:00
Ort:Haus Zur Lieben Hand, Löwenstraße 16
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(Diese Funktion geht nicht mit jedem Kalenderprogramm. Das VCS-Format 2.0 muss unterstützt werden. Informationen zu VCS/iCalender finden sie hier.)
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