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Colloquium des DFG-Projektes „Making Mysticism“: | Mittelalterliche Schriftlichkeit an der Peripherie des lateinischen Kulturbereichs. Theologische Fachtexte und geistliche Literatur in Bücherlisten, Katalogen und Bibliotheken Siebenbürgens, ca. 1350 – 1550

Mittelalterliche Schriftlichkeit an der Peripherie des lateinischen Kulturbereichs. Theologische Fachtexte und geistliche Literatur in Bücherlisten, Katalogen und Bibliotheken Siebenbürgens, ca. 1350 – 1550 Vortrag im Rahmen des Colloquium des DFG-Projektes „Making Mysticism“:
Wann 21.11.2019
von 16:00 bis 18:00
Wo FRIAS, Albertstr. 19, kleiner Seminarraum
Name
Teilnehmer (Dr. Adinel C. Dincă, Institut für Mittelalterliche Geschichte, Vormoderne Geschichte und Kunstgeschichte Babeş-Bolyai Universität)
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Referent/Referentin:
Dr. Adinel C. Dincă (Institut für Mittelalterliche Geschichte, Vormoderne Geschichte und Kunstgeschichte Babeş-Bolyai Universität)

Termin:
Donnerstag, 21.11.2019, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr

Ort:
FRIAS, Albertstr. 19, kleiner Seminarraum

Termin übernehmen:
vCal iCal

Ausführliche Beschreibung:

Siebenbürgen, heute Teil des rumänischen Staates, war von 1000 bis 1526 die östlichste Provinz der ungarischen Krone. Dadurch gehörte es im Mittelalter zum lateinischen Kulturbereich. Allerdings weisen die Ausdrucksformen der schriftlichen Kultur in diesem Grenzgebiet zwischen katholischer und orthodoxer Einflusssphäre, manchmal zwischen christlicher und muslimischer Welt, einige merkwürdige Entwicklungen im Vergleich zu den mittel- und westeuropäischen Gegebenheiten auf. So zeigt etwa der Blick in die Bibliotheks- und Archivbestände der Region, dass die Zahl der vor Ort in lateinischer Schrift geschriebenen und gebrauchten Texte relativ gering ist. Bei der Deutung dieses Befunds, das heißt, bei der Bewertung der „literate mentality“ (so Anna Adamska) im spätmittelalterlichen Siebenbürgen sollten indes einige Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden wie etwa die Tatsache, dass sich die schriftliche Kommunikation an der Peripherie des mittelalterlichen Christentums notgedrungen mit einer gewissen Verzögerung entfaltete. Darüber hinaus wurde das Lese- und Schreibverhalten einerseits auf pragmatische Textsorten reduziert, andererseits war es an bestimmte Kreise der Gesellschaft gebunden, vor allem an die urban geprägte deutsche Bevölkerung, die ab dem 12. Jahrhundert in einigen Teilen der Provinz unter dem Schutz der ungarischen Könige angesiedelt worden war.

 

Es ist das Hauptziel meines Vortrags, nicht nur anhand der erhaltenen Texte, sondern auch mit den vorhandenen Bücherlisten des 14.-16. Jahrhunderts zu beschreiben, welche Art von Schriften von der spätmittelalterlichen Geistlichkeit der später so genannten Siebenbürger Sachsen gelesen und geschätzt wurde. Diese mittelalterlichen und frühneuzeitlichen "Kataloge" bieten, so primitiv sie auch sein mögen, mehr Information als nur die einfache Auflistung von Werken, Autoren und Provenienzen. Manchmal können sie Einblicke in sehr komplexe soziokulturelle Prozesse und Entwicklungen liefern wie etwa Ausbildung, Frömmigkeit, Rezeption geistlicher Strömungen und Erneuerungen, soziale Repräsentation usw. Um die referierten Sachverhalte zu verdeutlichen, wird der Vortrag auch interaktive Momente enthalten und kleine Übungen zu Texten, zur Schreibmorphologie und Materialität der in Siebenbürgen erhaltenen Handschriften und frühen Drucke bieten.



Interne Verantwortlichkeit:
FRIAS Allgemeiner Geschäftsbetrieb

Kontaktperson:
Name: Andrea Nordlander
E-Mail: andrea.nordlander@frias.uni-freiburg.de

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