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Die Vergangenheit würdigen. Die Zukunft wagen.

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Beginn (15. J.)
1457 feierte man im Freiburger Münster die Gründung einer Universität. Ihr Finanzier und Namensgeber: Erzherzog Albrecht VI, zu dessen Herrschaftsgebiet, Vorderösterreich, Freiburg damals gehörte. Als Volluniversität repräsentierte die „Albertina“ alle damals wichtigen Fakultäten: Theologie, Jura, Medizin und Philosophie. Ihre Aufgabe sollte es sein, theologischen Nachwuchs und fähige Verwalter auszubilden. Am heutigen Standort der „Alten Universität“ wohnten einige der ersten Studenten, in „Bursen“.  Dort fanden auch die Eröffnungs-Vorlesungen statt. Unterrichtssprache war Latein.

  

Blüte (16. J.)
An der Freiburger Universität lernten und lehrten bekannte Humanisten, die sich Bildung und Toleranz verpflichtet fühlten und die Erfindung des Buchdrucks als Signal verstanden. Unter ihnen: Martin Waldseemüller, der auf seinem Weltatlas den neuen Kontinent erstmalig „America“ nannte. In der Frage der Reformation entschied sich die Freiburger Universität nach lebhaftem Diskurs für den Katholizismus und die Loyalität zu Österreich. Adel und Bürgertum, die sich eine diplomatische oder militärische Laufbahn für ihre Söhne wünschten, setzten dazu neue Akzente: Französisch wurde populär, Fechtmeister und Tanzlehrer wurden eingestellt.
 
Ordenszeit (17. J.)
Diese Zeit prägte der Wettbewerb zwischen den Konfessionen. 1620 führten die katholischen Landesherren an der theologischen und der philosophischen Fakultät der Freiburger Universität deshalb den Jesuitenorden ein. Er galt als modern und bildungsstark, engte das wissenschaftliche Denken aber stark ein. An der Universität Freiburg führten die Jesuiten das Theaterspielen ein und vertieften die Tradition des „Disputierens“ (Wie viele Engel passen auf eine Nagelspitze?). Die heutige „Alte Universität“ ist das von den Jesuiten über Jahrzehnte erbaute Kolleg (nach Zerstörung im II. Weltkrieg und Wiederaufbau).
 

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Blick in den historischen Peterhofkeller neben dem Kollegiengebäude II

 
Reformen (18. J.)
Die aufgeklärte, staatliche Verwaltung brauchte zunehmend praktisch gebildete Beamte, die Stände Berufsausbildungen.1768 beschnitt Maria Theresia daher in einer umfassenden Reform die finanzielle Unabhängigkeit auch der Universität Freiburg, stärkte mit vermehrten Prüfungen den Leistungsgedanken, verringerte den Einfluss der Jesuiten, beschränkte die Zahl der unterrichtsfreien Tage, führte moderne Lehrbücher und praktische Unterrichtsmittel ein, und ersetzte das reine Vorlesen durch den erklärenden Vortrag – auf Deutsch. 1773 löste der Papst auf Drängen mehrerer Staaten den Jesuitenorden (vorübergehend) auf, ihr Kolleg in der Bertholdstraße kam so in den Besitz der Universität.
 
Expansion (19. J.)
In Folge der napoleonischen Kriege erhielt das Großherzogtum Baden 1805 die Herrschaft über den Breisgau. Gleichzeitig verlor die Freiburger Universität mit ihren linksrheinischen Besitzungen einen Großteil ihres Einkommens. 1820 sicherte Großherzog Ludwig von Baden durch eine Zustiftung die Existenz der Universität, die sich zum Dank „Alberto-Ludoviciana“ nannte. Begeistert von nationalen und freiheitlichen Gedanken im Sinne der Französischen Revolution, entstanden die ersten Landsmannschaften. Ihr Eintreten für eine Republik scheiterte 1848 blutig. Ab 1850 wuchs die Studentenzahl von 500 auf 1500, das Institutsviertel für die Naturwissenschaften und die Medizin wurde gebaut.
 
Gegensätze (20. J.)
Ab 1900 waren Frauen - erstmalig an einer deutschen Universität - zum Studium zugelassen.1902 weihte man die neue Bibliothek ein (heute Kollegiengebäude IV), 1911 das neue Universitätshauptgebäude (heute Kollegiengebäude I). Es bot Platz für inzwischen 3000 Studierende. Im Turm befindet sich heute noch der Karzer, in dem Universitätsangehörige traditionell ihre Strafen absitzen durften, da sie nicht der staatlichen Obrigkeit unterlagen.1920 wurde dieses Privileg abgeschafft. 1920 eröffnete auch das neue Klinikum in der Hugstetter Straße.

Im Obergeschoss des Kollegiengebäudes I findet sich heute das Denkmal für die Opfer der Kriege unter den Universitätsangehörigen. Im Herzen des gleichen Gebäudes, in der Halle, erinnert seit 2005 ein Mahnmal an die fast 400 namentlich bekannten Universitätsangehörigen, die unter dem nationalsozialistischem Regime aus religiösen oder politischen Gründen Tod, Vertreibung oder schwere Benachteiligung erlitten haben. Viele weitere Opfer blieben jedoch ohne Namen: Über 1500 Zwangsarbeiter waren dem Klinikum zugeteilt, außerdem sind dort verbrecherische ärztliche Eingriffe dokumentiert. Die Universität fügte sich, zum Teil begeistert, den Anordnungen der Nationalsozialisten. Die Übernahme des Rektorats durch Martin Heidegger wurde 1933 als „Machtergreifung“ gefeiert. Zu seiner Rolle hat sich Martin Heidegger bis zu seinem Tod 1976 nicht geäußert.

Einige Freiburger Professoren, zu denen auch Walter Eucken gehörte, sowie deren Ehefrauen, dürfen der Opposition zugerechnet werden.

Wie die gesamte Freiburger Innenstadt, waren 1945 alle Universitätsgebäude schwer beschädigt oder zerstört. 75% der Materialien, meist Bücher, wurden gerettet. Die französische Besatzung stimmte Wiederaufbau und Wiedereröffnung der Universität Freiburg bereits im Herbst 1945 zu. Vor der Immatrikulation musste jede Studentin und jeder Student 100 Stunden beim Wiederaufbau mit anfassen.

Bis 1949 fanden Entnazifizierungsverfahren für alle Universitätsangehörigen statt, keine zehn Jahre später waren aber fast alle Betroffenen wieder eingestellt. Der kalte Krieg ließ eine antikommunistische Einstellung wichtiger sein als das Verhalten während des Nationalsozialismus und die Universität boomte: 1957, zum 500jährigen Jubiläumder Universität Freiburg war eine neue Grundordnung verabschiedet, der Wiederaufbau weitgehend abgeschlossen, neue Gebäude wie das Kollegiengebäude II kamen dazu und bald zählte Freiburg 10.000 Studierende.

Erst 1968, die Studentenproteste, die von Berlin und Frankfurt ausgehend, auch Freiburg erreichten, thematisierten die seit Kriegende übergangslos an der Macht verbliebene Generation. Der Schlachtruf lautete: Unter den Talaren Muff von tausend Jahren. Die Studenten forderten mit Streiks, Teach-ins und Flugblättern u.a. eine Demokratisierung der Universitäten. Die Studentenproteste leiteten einen Kulturwandel ein.

In den folgenden Jahrzehnten folgte der Ausbau der medizinischen und der naturwissenschaftlichen Fakultäten. 1995 kam die Technische Fakultät mit den Ingenieurwissenschaften neu hinzu. Ende des Jahrhunderts sind bereits über 20.000 Studierende in Freiburg eingeschrieben. Lehre und Forschung an der Albert-Ludwigs-Universität profitieren vom internationalen Austausch und genießen hohes Ansehen im Ausland. Das zeigt sich auch in der zunehmenden Zahl ausländischer Studierender, sowie internationaler Nachwuchsforscherinnen und –forscher, die für eine weitere Qualifikation nach Freiburg kommen.
 
Auszeichnungen (21. J.)
Seit 2007 zählt die Albert-Ludwigs-Universität zu den Top-Universitäten in Deutschland, die in der Exzellenzinitiative für ihre Forschung ausgezeichnet wurden.

Im deutschlandweiten Wettbewerb „Exzellente Lehre“ ist die Albert-Ludwigs-Universität seit 2009 Preisträger. Die Kultusminister der Bundesländer und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zeichnen damit zukunftsweisende Lehrkonzepte aus.

Auch den Landeslehrpreis, der jährlich für die Hochschulen in Baden-Württemberg ausgeschrieben wird und bereits realisierte Lehrkonzepte prämiert, erhalten Lehrende an der Freiburger Universität seit 1993 Jahr für Jahr.

Alle Wettbewerbe tragen durch die Preisgelder dazu bei, den Vorsprung der Albert-Ludwigs-Universität weiter auszubauen.

2007 feierte die Freiburger Universität mit mehr als 300 öffentlichen Veranstaltungen ihr 550jähriges Jubiläum. Im Rahmen dieses Jubiläums startete die Universität mehrere Projekte, die die weitere Entwicklung der Albert-Ludwigs-Universität gestalten.

2007 eröffnete das Uniseum als lebendiges Museum und Forum für Veranstaltungen, zusammen mit dem UniShop.

2007 gründeten die Mitglieder des Jubiläumskuratoriums die „Neue Universitätsstiftung“. Sie soll mit ihren Mitteln dazu beitragen, Stiftungsprofessuren, internationale Gastdozenturen und Stipendien für leistungsstarke Studierende zu ermöglichen.

2007 tagte erstmalig die Zukunfts- und Dialogwerkstatt der Freiburger Universität. Seitdem finden etwa einmal im Jahr Kongresse statt, die Expertinnen und Experten von inner- und außerhalb der Universität zusammen bringen, um gemeinsam z.B. ein zeitgemäßes Leitbild oder eine Vision der Universität im Jahr 2030 zu entwickeln.
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