Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Herausragende Leistungen Nobelpreis Hans Spemann

Hans Spemann

spemann_port.jpg

1935 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Hans Spemann (*1869 – †1941) erhielt den Nobelpreis für die Entdeckung des Organisators-Effekts im embryonalen Entwicklungsstadium.

Quelle Uni Freiburg  

 

Hans Spemann, geboren am 27. Juni 1869 in Stuttgart, trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters, Verleger des bekannten Jugendjahrbuchs „Neues Universum“. Ab 1891 studierte er in Heidelberg Medizin. Nach dem Physicum wechselte er 1893 zum Studium der Naturwissenschaften nach München. Seinen Doktorvater und Mentor fand er 1894 in dem Würzburger Zellbiologen Theodor Boveri, einem Freund von Wilhelm Conrad Röntgen.

Nach seiner Doktorarbeit über Entwicklungsstadien parasitischer Würmer wählte Spemann die embryonale Entwicklung der Amphibien (Molche) als sein Forschungsgebiet. Zunächst beschrieb er die innere Struktur verschiedener Entwicklungsstadien, dann aber setzte er sich die Erforschung der Mechanismen ihres Entstehens zum Ziel. Dafür entwickelte er neuartige mikrochirurgische Verfahren. Schon das erste Ergebnis, seine „Schnürzwillinge“ (1901), machte ihn weithin bekannt. Nach Einschnürung einer Eizelle durch eine Schlinge aus Säuglingshaar lieferte nämlich jede ihrer Hälften eine vollständige, wenn auch verkleinerte Larve!

Es folgten Berufungen nach Rostock (1908), Berlin (1914) und Freiburg (1919). Dort entdeckte Spemann, wesentlich unterstützt von seiner Doktorandin Hilde Mangold, im Frühjahr 1921 den „Organisatoreffekt“: Ein kleines Gewebestückchen aus einem bestimmten Eibezirk kann, in die zukünftige Bauchregion verpflanzt, dort die Bildung eines zusätzlichen Larvenkörpers „organisieren“! Für diese Entdeckung erhielt Spemann 1935 den Nobelpreis. Hilde Mangold, mit der er den Preis wohl geteilt hätte, war schon lange zuvor tödlich verunglückt.

In späteren Jahren dehnte Spemann zusammen mit Otto Mangold die Transplantationstechnik auf andere Bezirke des Embryos aus und begründete damit international ein Aufblühen der Entwicklungsforschung. Nach seinem Tod (1941) und in den anschließenden, vorwiegend biochemisch orientierten Jahrzehnten verblasste sein Ansehen, bis die aufblühende Molekularbiologie seinem Werk ab etwa 1975 zu einer beispiellosen Renaissance verhalf.
(Quelle Uni Freiburg)